Arbeitstitel Frust Vol.2
Lange kein Posting hier, das Leben war zu bunt um zu bloggen und ansonsten war ich eigentlich doch nur am Arbeiten. 40 Stunden im Fernsehsender pro Woche ist Minimum, es wird aber grundsätzlich mehr. Jeden Tag. Dazwischen das lustige Freizeitprogramm mit den vier lustigen drei Nachbarn in meinem Haus, ich werde nie vergessen als ich das erste Mal nach Longpapers angeschnorrt wurde, gleich am ersten Abend nach meinem Einzug, und seitdem geht es immer wieder lustig her im vierten Stock. Bevor ich hier abschweife und die Scheisse auch eh wiederkeiner liest ™, einige Hardfacts aus der Zeit seit Oktober. Im Grunde genommen liegt die Uni momentan auf Eis und ich arbeite seit Mitte Oktober durchgehend, gewöhne mich an diese unverschämt absurd hohen Abgaben und schlafe schlecht – und die schöne Münchnerin ist auch noch nicht wieder in der Stadt, dabei sollte ihr Praktikum bei einer großen deutschen Tageszeitung doch schon vorbei sein. Zumindest habe ich das an dem Tag Ende August, kurz bevor ich mit L in den Urlaub fuhr, so verstanden, als ich sie kurz an der Haltestelle der 50 traf und wir ein wenig redeten. Ich kenne diese Frau seit zwei Jahren, klassisch in der Uni kennengelernt natürlich, wir scherzten noch bei fünf weiteren Gelegenheiten und einmal nahm ich sie im Auto nach dem letzten Kurs im Sommer mit in die Stadt und fuhr sie direkt vor ihre Tür. Und ich habe ihr letztes Jahr im Sommer sturzbetrunken, drei Stunden bevor ich mich in den Zug zur Hospitanz in Wien setzte, so ungefähr 27 mal die selbe Nachricht im studivz geschrieben. Sie nahm es mir nicht übel, und ich bin ernsthaft verliebt, auch wenn es so etwas in meiner Welt momentan nicht gibt, da ich mit L emotional überlastet bin und ich eigentlich nur meine Ruhe haben will. Aber wenn ich mit der schönen und witzigen Münchnerin zusammen bin und wir uns so die Bälle im imaginären Tennisspiel der zaghaften Flirtversuche hin und her schlagen, dann will ich alles über sie wissen und ihr zuhören und ihr einen gewaltigen Orgasmus bescheren. Aber, die Dame hat ja einen on und off-Freund, und ich bin ja auch nicht gerade mit Freiheit und Mut gesegnet. Lassen wir doch dieses ekelhafte Gewinsel. Irgendwann sehe ich sie bestimmt entweder an der Uni wieder oder sturzbetrunken in der Bar an der Kaiserstraße.
Die Arbeit ist grundsätzlich sehr geil und manchmal scheisse zugleich. Ständig das Gefühl, als „der Neue“ nicht ernst genommen zu werden und den ganzen sozialen Rumschleimerscheiß mit Kantine gehen und Fresse spazieren tragen können die echt vergessen. Ich halte es im Moment so, daß ich mich aus dem ganzen Kram raushalte und versuche, ein optimal geöltes Zahnrad in der Redaktion und im ganzen Laden zu werden, dann in einigen Jahren, wenn ich als Freier dann schon genug Kontakte ehrlich erarbeitet habe, werde ich mit zwei Freunden eine kleine, aber feine Filmproduktion aufziehen. Bis dahin punkte ich durch sehr gute Arbeit und gehe mittags alleine in die Kantine und setze mich auch nirgendwo dazu, beim Essen will ich meine Ruhe haben und nicht verkrampft auf super machen. Tja, das ist momentan so meine Situation, und das mit der Rumdrogerei ist ja auch immer noch unverändert. Heute Nachmittag so gegen drei, wenn ich aus dem Laden rauskomme, werde ich mich direkt in den Bus zum Dealer setzen und mich bei ihm mit Köstlichkeiten aus dem nordafrikanischen Kulturkreis und vielleicht ein wenig Speed eindecken, ich glaube ich sollte versuchen, am Samstag mal wieder rauszugehen.
1:27, nochmal eine Mische machen und dann echt mal ins Bett, ich will noch die Ausweitung der Kampfzone weiterlesen und mir vorstellen, wie ich mit der schönen Münchnerin am Strand spazieren gehe. Die Sonne scheint. Wir laufen Hand in Hand barfuß durchs Wasser, wir sind irgendwo in der Südsee, ein Schwarm tropischer Vögel fliegt vorbei und ändert ein paar Mal seine Flugroute, währenddessen schaue ich kurz aufs Meer und sehe das Kreuzfahrtschiff vor Anker liegen und wir beide sind geblendet von Sonne und Glück und steinalt.

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